Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB), Thomas Krüger (SPD) (weitere Information zu seinem Hintergrund), stellt in einem Brief an Lehrer und Schüler "evangelikale Gruppen" auf die gleiche Stufe wie "islamistische Gruppen" und behauptet, sie würden wichtige Freiheitsrechte in Frage stellen.
In dem Brief wirbt er für die von der Bundeszentrale getragene Schülerzeitschrift Q-rage. Auch diese Zeitschrift hetzt gegen Evangelikale. Über das christliche Jugendfestival "Christival 2008" wird behauptet, die 20.000 jugendlichen Teilnehmer hätten vier Tage lang "Bremen unsicher gemacht".
Die Wahrheit ist (wie CBFW berichtet hat):
Die Quellen:
Wörtlich schreibt Thomas Krüger in dem Brief: "In der Zeitung finden sich interessante Informationen, wie islamistische und evangelikale Gruppen, die wichtige Freiheitsrechte in Frage stellen, Jugendliche umwerben."
Man könnte über diesen Vorgang überrascht sein, doch Stil und Methode dieser Hetze sind wohlbekannt. Es wäre eine Illusion zu glauben, daß dies auf Irrtum beruht oder ein Einzelfall wäre. Thomas Krüger war Bundestagsabgeordneter der SPD und Pfarrer, er weiß, was er tut. Es ist immer dasselbe simple Muster. Der erste Schritt sind irgendwelche falschen Behauptungen. In diesem Falle die Behauptung, daß Evangelikale wichtige Freiheitsrechte in Frage stellen. Das ist natürlich vollständig gelogen. Evangelikale waren oft selbst unterdrückt, schon allein deshalb haben Sie sich für Freiheitsrechte eingesetzt. Aber auch aus Überzeugung und aufgrund ihrer Lehren haben sie sich immer für Freiheitsrechte eingesetzt. Zum Beispiel hat der Evangelikale William Wilberforce im 18. Jahrhundert durch Einsatz aller seiner Kraft gegen große Widerstände die Abschaffung der Sklaverei erwirkt.
Die Lügen gegen die, die man ausgrenzen will, werden gerne geglaubt, erstens weil sie von einer Stelle kommen, der viele Glauben schenken, in diesem Falle der Bundeszentrale für politische Bildung und einem Pfarrer. Zweitens weil die Leser sich schwer vorstellen können, daß so üble Absichten vorliegen und so schamlos gelogen wird. Sie nehmen gute Absichten an, und wenn die Lüge doch einmal aufgeklärt wird, sagen sie, der Autor sei sicher uninformiert gewesen. Das sagen sie selbst dann, wenn die Indizien klar zeigen, daß der Autor böse Absichten hat und einfach gelogen hat. Verfolgung von mißliebigen Gruppen beginnt stets mit Lügen. Dafür bietet die Geschichte reichlich Beispiele.
Das Ziel ist, die Gruppe so auszgrenzen, daß man ihnen die sonst geltenden Rechte aberkennen kann. Bei uns gelten Freiheitsrechte - aber wer gegen Freiheitsrechte ist, dem kann man auch Freiheitsrechte entziehen. Deshalb ist die Lüge, die Evangelikalen stellten "wichtige Freiheitsrechte in Frage", besonders wirksam. Sie bereitet den Weg für weitere ausgrenzende Maßnahmen.
Sehr wirksam ist es auch, die auszugrenzende Gruppe in eine Reihe mit Gruppen zu stellen, die wirklich Freiheitsrechte in Frage stellen. In diesem Falle die "Islamisten". Ein Werkzeug, um das In-eine-Reihe-Stellen zu bewerkstelligen, sind Schubladen und Hetznamen. Sehr gut bewährt hat sich da der Hetzbegriff "Fundamentalisten". Es gibt eine Gruppe von Bombenlegern, die "Fundamentalisten" genannt werden. Dann sagt man, die bibeltreuen Christen sind genauso. Man suggeriert, es gebe Gemeinsamkeiten, vermeidet aber geschickt die Frage, was die Gemeinsamkeiten genau sind. Falls nötig, nennt man belanglose Gemeinsamkeiten, wie z.B. daß beide Schriften haben, die sie für heilig halten und "wörtlich" auslegen. Die Frage, was in diesen Schriften steht, ob sie z.B. Gewaltaufrufe enthalten oder Gewalt verbieten, wird umschifft. Die propagandistische Wirkung entsteht dann durch die Suggestion, daß die auszugrenzende Gruppe genauso gefährlich sei. In diesem Falle ist das die Suggestion, daß die Evangelikalen auch gewalttätig sind oder Freiheitsrechte abschaffen wollen. Die Ausgangslüge wird also psychologisch unterstützt.
Aufgrund des Drucks hat die Bundeszentrale für politische Bildung nun doch einen Rückzieher gemacht. In einer Mitteilung vom 15.15.08 heißt es, der Präsident bedaure, dass der Eindruck entstanden sei, die BpB teile die Position des Artikels "Die evangelikalen Missionare" und betone, dass eine Gleichsetzung der evangelikalen Bewegung mit Christlichem Fundamentalismus unangemessen und unzutreffend sei. Weshalb die Gleichsetzung unangemessen ist, z.B. weil die Evangelikalen weder gewalttätig sind noch Freiheitsrechte abschaffen wollen, wird nicht gesagt. Die Formulierung, es sei "der Eindruck entstanden" will glauben machen - und wer Schweinereien ungern wahrnimmt wird es gerne glauben -, daß es ein falscher Eindruck ist. In Wirklichkeit ist nicht der Eindruck entstanden, sondern der Präsident der BPB hat Evangelikale mit Islamisten gleichgesetzt. Zudem wurde klar behauptet, daß die Evangelikalen Freiheitsrechte abschaffen wollen. Das richtigzustellen hat die BPB unterlassen.
Typisch für Ausgrenzungsmanöver dieser Art ist auch, daß in dem Rückzieher der Hetzbegriff "Fundamentalismus" wieder auftaucht. Es wird nicht etwa klargestellt, daß die Gleichstellung der Evangelikalen mit Islamisten falsch ist, sondern es wird gesagt, daß die Gleichsetzung der Evangelikalen mit "Christlichem Fundamentalismus" unangemessen sei. Damit suggeriert die Bundeszentrale weiterhin, daß bestimmte Christen - nämlich die, die mit dem Hetzbegriff "Christliche Fundamentalisten" gebrandmarkt werden - mit den Islamisten gleichzusetzen sind und Freiheitsrechte abschaffen wollen. Das ist die gleiche Lüge wie am Anfang. Das Ausgrenzungsmanöver geht weiter.
Werden die Verantwortlichen ihre Verantwortung wahrnehmen und Krüger zum Rücktritt zwingen?
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